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Wig Wamania – Ecorder [at]

4 - Die Norweger haben es sich auch jetzt wieder zumMotto gemacht: "Breaking All The Rules". Die des Geschmackes, des Zitierens ... einfach alle Gesetze, denn was zählt ist nur der Rock´n´Roll!

Rock. Viel, sehr viel Rock im 80ies Style: den bieten Wig Wam auf ihrem dritten Longplayer. Weil die Norweger wissen, dass der neueste Output auch viel Drive hat, haben sie die Platte gleich nach sich selbst auf "Wig Wamania" getauft. Wotzu kleckern, wenn man klotzen kann? Von nichts kommt schließlich nichts.

Ebenso die Musik. Wig Wam rocken und rollen. Und sie zitieren, bis sich die Balken biegen. Sie verbraten allerlei Stadionrock-Zitate oder klauen aus anderen Balladen. Man weiß das, denn man hört es. Aber wo genau, kann man nicht so sagen, denn sie sind nicht zu erwischen, weil sie nämlich gefinkelt sind. Wer so viel Rock´n´Roll im Blut hat, der ist eben immer einen Schritt weiter - auch diese Schritte offensichtlich in den 80ern gelernt wurden. Die Norweger starten ihren dritten Longplayer mit dem glammenden "Rock My Ride", nachdem das Beinah-Power Metal-Intro verklungen ist. Wig Wam wissen anschließend, dass "Kill My Rock´n´Roll" niemandem gelingen wird, denn sie retten ihn im besten KISS-Style.

"A R´n´R Girl Like You" bekommt ein Ständchen, ein Girl, dem Poison gewiss seit der Hairspray-Ära nachlaufen und doch nie bekommen. Wig Wam bekommen sie alle, schließlich singen sie auch "Gonna Get You Someday". Glaubt man ihnen, vor allem weil das nach einem Song klingt, den Bon Jovi nach ihrem "Slippery When Wet"-Album hätten aufnehmen können. Aber sie taten es nicht, denn sie wurden lahm und zahm. Dafür gibt es Wig Wam, die Power-Balladen aus dem Ärmel des gewöhnungsbedürftigen Outfits schütteln, die Def Leppard nie zusammen gebracht haben. "Slave To Your Love" etwa oder wunderbar dahin fließende "Bygone Zone".

Und die Moral der Geschichte? Der zwölfte und letzte Track sagt es schon mit seinem Titel: "Breaking All The Rules". Des Geschmackes, des Zitierens ... alle Gesetze, denn was zählt ist nur der Rock´n´Roll! Auch wenn der nicht mehr so persönlich ist wie auf ihrem letzten Album.

Milan Knezevic
- Ecorder
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