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Hard To Be A Rock’n Roller – Metalworld [ch]

Wig Wam - Hard to be a rock'n roller...

Ja wie, sind Poison wieder zusammen? Oder ist gar Bon Jovi aus Versehen auf seinen Wet-Wurzeln ausgeslippert und dabei wieder in den 90ern gelandet? Alles ganz falsch, denn diese auffällig gekleideten Rocker stammen aus Norwegen und dürften vor allem dadurch bekannt geworden sein, dass sie am diesjährigen Eurovision Song Contest mit ihrer Single «In my dreams» den neunten Platz belegt haben. Es ist jetzt aber nicht so, dass der Rest der Platte nur nutzloses Füllmaterial enthalten würde - ganz im Gegenteil. Hier wird jedes musikalische Klischee der Hard Rock und AOR-Ära der 80er und frühen 90er-Jahre leidenschaftlich ausgeschöpft, während ein exzellenter Refrain den nächsten jagt. Da stört es wohl niemanden, dass die Texte nicht anspruchsvoller als ein Kochrezept für Spiegelei sind, denn Wig Wam haben weder vor, indianische Zeltbehausungen zu retten noch die Welt zu verändern. Auch dass die Truppe bei allen möglichen Rock-Legenden klauen gegangen ist, fällt nicht weiter ins Gewicht. Nur bei «No more living on lies» hat man es vielleicht etwas übertrieben, denn nicht einmal Bon Jovi hätte sich selbst besser kopieren können. Neben der Erfolgs-Single sind vor allem das AOR-lastige «Crazy things», das sofort einschlagende «Bless the night» oder «The best song in the world» (logisch!) als Anspieltipps zu empfehlen. Mit «I turn to you» haben sich die Norweger ferner an einer Coverversion vergriffen. Das Original stammt von Mel C., einem ehemaligen Mitglied der singenden Gewürzmischung Spice Girls, wobei man auf diesen Titel hätte verzichten können - in beiden Versionen. Billige Popmusik wird eben auch durch ein paar E-Gitarren nicht besser. Ansonsten ist diese Scheibe fast schon ein Pflichtkauf für all diejenigen, die Manns genug sind, sich eine Poser-Platte der übelsten Sorte zu besorgen.

Autor: Daniel, Metalworld
www.metalworld.ch
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