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Non Stop Rock’n’Roll – Home of Rock [de]

CD-Review:

WIG WAM

Non Stop Rock’n’Roll


"Wig-wam bam, gonna make you my man, Wam bam bam, gonna get you if I can…" SWEET und ihr Glam Rock standen sicher Pate bei den WIG WAM CDs, doch was genau ist Glam Rock? Die offizielle HoR-Aufklärung zu diesem aufgepeppten Party Rock der leicht verdaulichen Sorte, angereichert um fantasievolle Klamotten und ab und an poppigen Namen, ist hier zu finden.
Das Genre hat sicher Rock-Klassiker hervorgebracht – den Ballroom Blitz und den Fox On The Run von SWEET, Quatros 48 Crash und den Steck-den-Mann-in-die-Dose-Song Can The Can, MUDs Tiger Feet, T.REXs Jeepster etwa - und auch Bowies Alter Ego Ziggy Stardust, und alle haben sie ein Steinchen zum Bau der Rock'n'Roll Hall of Fame beigesteuert. Die steht aber nun schon auf eben den Fundamenten dieser Steinchen und also erhebt sich die Frage, ob ein neues Glamrock Album von Nöten für die Hörer ist.

Das ist die nach "667 ...The Neighbour Of The Beast", "Hard To Be A Rock'n'Roller" und "Wig Wamania" vierte Studio-CD der nicht notwendigerweise jedem bekannten Jungs aus Norwegen – nach einer längeren Pause von 2005 bis jetzt. Ein größeres Publikum bekamen sie erstmals, als sie mit der Darbietung des Songs Long Live The Revolution den neunten Platz beim Eurovision Song Contest 2005 belegten.
"Hard To Be A Rock'n'Roller" war ein wunderbar direkt produziertes 'Mir völlig egal, Hauptsache es rockt' Statement, auch gerne mal mit größeren Ambitionen und in all seiner Direktheit gut verträglich und extrem kurzweilig – und mehr sollte man ja auch von Glam Rock nicht unbedingt erwarten, aber das eben perfekt.
Tracks wie der richtig tolle Rocker Car-Lyle oder das arabisch anmutende Instrumental (!) The Drop könnten auf jedem Rockalbum als Perlen auftauchen; die Liebe zum Song Contest zeigte sich durch die Darbeitung von Dschinghis Khan. Und Zweifel am instrumentalen Können räumt Teeny durch das Solo Erection aus, das als Vorbild Eddy Van Halens Eruption zitiert.
"Non Stop..." hat diese Unschuld etwas verloren, und auch wohl ist die Richtung, in die man marschieren will, unklar. Es muss sich den Vorwurf des Perfektionismus (gemessen am Glam!) und einer stärkeren Ausrichtung gen Pop gefallen lassen. Das ist ein bisschen so, als hätte Elvis den Typen, der ihm auf die Blue Suedes gespuckt hat, nach Fahrplan oder Blaupause zusammengefaltet.
Dieser – sorry – musikalische Rotz 'entsetzt' doch nur, wenn er als solcher von sich gegeben und nicht vorher klinisch gereinigt und gefiltert wird.
Und genau das ist hier passiert – wobei man den Jungs in Teilen prima Songwriting bestätigen muss und kann.

Sind die Songs generell nach Schema F – Guitar Intro, Lead Fill, Basic Riff und Verse, Refrain, Solo und Outro – gestrickt, fördert die Perlenfischerei doch zwei sehr schöne Balladen mit guten Gitarrenlinien (Man In The Moon und From Here) zu Tage. Vor allem aber das in einiger Nähe zuQUEEN – und das sogar sehr gut gemacht – angesiedelte CD-Intro Do Ya Wanna Taste It geht stante pede ins Ohr und bleibt da und hält jeden Vergleich mit den oben genannten Tracks der vorigen CD aus. Hier wird der Invisible Man als "… throw the dog an invisible bone" und auch das Drum Pattern von We Will Rock You zitiert, eingefügt in ein um den Refrain Marke Eigenbau gewickeltes Power-Pop Sahnestückchen.
Weitere Highlights sind der Stampfer Walls Come Down und das geschickt aufgebaute C'mon Everybody, das nicht das von Eddy Cochran ist. Aber spätestens ab hier tritt dann doch bei den schnelleren Nummern ein bisschen Gewöhnung ein, und die erinnerbaren Hooklines sind weniger zahlreich.
Das haben die Jungs dann noch gemerkt, und mit dem Kinderchor in Chasing Rainbows noch ein ganz wundervolles Stückchen Musik hinzugefügt.

Auf Parties geht das trotz 'erwachsener' Produktion sicher immer noch gut ab, und über die nächste CD machen wir uns Gedanken, wenn sie kommt. Sieht aber so aus, als ob die Jungs mit sich über die Richtung ins Reine kommen müssten, und wenn sie - in kürzerer Zeit als beim letzten Mal hoffentlich – nachlegen, eine Entscheidung treffen und schnurstracks in Richtung Hard Rock marschieren müssen sollten... [Satz des Monats! Red.]
Sonst verkümmert man zur traurigen Gestalt und gibt – wie etwa Tom Schröder auf dem "RTL Comedy Olymp"-Event - mit über 40 immer noch den strunzdummen Asi – nur dass das jetzt peinlich ist.
Auf MySpace, wenn ich richtig hingeschaut habe, sind keine neueren Songs zu hören, und auf der WIG WAM Homepage leider auch nicht – vielleicht kommt das noch.


Review by Dietrich Gastrock, Home of Rock, 12.01.2010

www.home-of-rock.de
 

 
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