norwegian english japanese

Non Stop Rock’n’Roll – Metalglory Magazine [de]

Wig Wam "Non Stop Rock `n` Roll"

7 / 10
Den Party-Glam-Rock von WIG WAM muss man entweder lieben oder man hasst ihn. Die vier Norweger sind spätestens seit ihrem fulminanten Auftritt beim Eurovision Song Contest 2005 der Inbegriff selbstironischen Party-Metals mit überzogenen Kostümen und mindestens ebenso klischeehaften Rock`n Roll-Nummern. Was allerdings nichts daran ändert, dass ihre Musik wirklich Spaß macht, einige richtig eingängige Hits dabei sind und sich die Band selbst nicht ganz so ernst nimmt. Ob das auch noch auf dem mittlerweile vierten Album „Non Stop Rock`n`Roll“ funktioniert?

Eigentlich ist alles beim Alten geblieben: Die Riffs vom Opener „Do ya wanna taste it“ grooven drauflos wenngleich ich außer dem eingängigen Refrain nichts Besonderes an dem Track finde. Auch das folgende „Walls come down“ finde ich hier fehlplaziert denn es klingt wie ein allzu früher Lückenfüller. Doch WIG WAM wären nicht WIG WAM, wenn sie es nicht verstehen würden, ihre Fans mit eingängigen und erstklassig produzierten Sleaze-Glam Ohrwürmern zu überzeugen. Das passiert dann auch beim dritten Song „Wild One“ und wir sind endlich bei den altbekannten Qualitäten der Band angekommen. „Wild One“ rockt dynamisch und eingängig und bietet einen großartigen Chorus ganz im Stil von 80er/90er Bands wie Brighton Rock oder Trixter. Es folgt mit „C`mon everybody“ eine ganz ordentliche Nummer, die mir persönlich im Chorus aber wieder zu stereotyp ist. 100 prozentig mag der Party-Kracher also doch noch nicht zünden.
Erst im Mittelteil legen die Norweger mit “Still Ìm Burning”, „All You wanted” und dem groovenden Titeltrack richtig los. Die beiden Balladen „Man in the moon“ und „From here“ sind in Ordnung, wenn auch nicht unbedingt das Maß aller Dinge.

WIG WAMs viertes Album braucht ein paar Durchläufe bis es zündet, dann findet man mit den genannten Tracks sowie im letzten Drittel aber doch noch richtige Stimmungsgranaten, die den ersten, etwas lauen Eindruck wieder glattbügeln. An den Vorgänger Wigwamania oder das Debüt „Hard to be a Rock`n Roller“ kommt die Scheibe aber nicht heran, vielleicht ist das ewige Party-Konzept schon ein bisschen abgenutzt. Großartig ist dagegen das Cover geraten, was definitiv ein Hingucker im CD-Regal ist.

Fazit: Party-Rock mit leichten Abnutzungserscheinungen – WIG WAM machen aber grundsätzlich immer noch Spaß.

Review by Shylock, Metalglory Magazine 08.01.2010

www.metalglory.de
<< Tilbake