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Non Stop Rock’n’Roll – Musicheadquarter [de]

Wig Wam - Non Stop Rock And Roll

7 / 9
Wig Wam sind zurück oder man könnte sagen: immer noch da! Und sie verfolgen unbeirrt ihren Weg des Glam-Hardrock und möchten der Menschheit mit ihrem neuen Werk “NonStop Rock And Roll” die Welt der Achselhaare und monströs toupierten Haare nahe bringen. Allein das herrlich übertrieben hardrockige Album Cover spricht Bände. Mit einem Augenzwinkern startet die Poserband hoch 10 aus Norwegen mit unverändert gute Laune verbreitenden Glamrock-Hymnen vom Feinsten. Poison, Kiss oder gar Van Halen könnte man vergleichsweise beim Namedropping nennen.

Mit dem Opener “Do You Wanna Taste It” beweisen Wig Wam, dass sie nichts verlernt haben und reißen von der ersten Minute mit einem Partysong mit hohem Mitsingfaktor mit. Für Fans dieses Genres lacht das Herz und zu den knackigen Drums des folgenden “Walls Come Down” kann gleich zu einer Ladung Gitarren nonstop weitergerockt werden. Gesanglich behält Sänger Glam sein bekanntes hohes Niveau bei und kann mit Edguy-Gekreische ohne mit der Wimper zu zucken mithalten. AC/DC lastiges Intro bei “Wild One” das sich zu einem absolut hitverdächtigen Song entwickelt. Dann noch eine Prise Mötley Crüe zu Beginn von “C'mon Everybody” und das Hardrock-Erfolgpaket scheint fertig geschnürt. Ach nein, moment noch... Es fehlte doch noch etwas. Die Ballade! Und diese folgt auch sogleich. Mit einem gut abgewogenen Anteil Kitsch kommt “Man In The Moon” mit dezent positioniertem Streicher-Einsatz daher. Stimmlich sorgt Glam jedoch dafür, dass die Ballade nicht ausufert und hält das Soundpaket soweit im Zaum, dass der Hörer nicht genervt wegzappt, sondern gern und geduldig lauscht. Aus der ruhigen Atmosphäre wird der Hörer dann mit “Still I’m Burning” gerissen, bei dem Wig Wam gekonnt ihre Rockseele mit etwas atmosphärischen Sound untermauern. Viele Stücke gestalten sich zwar vorhersehbar, verbreiten aber ungeachtet dessen eine ungemeine Laune, der sich nur Wig Wam Hasser wirklich entziehen können. “All You Wanted” und “NonStop Rock’n Roll” lassen die Beine zappeln und steigern die Sympathie für die Band. Die zweite Ballade “From Here” ist dann doch etwas langatmiger als die erste, doch das folgende “Rocket Through My Heart” reißt das wieder raus. Schön mitsingen nicht vergessen! “Chasing Rainbows” stellt sich als nicht gar so schrecklich kitschig wie der Titel heraufbeschwört, heraus bleibt aber trotzdem im cheesy Bereich haften. Lediglich die Kinderchöre zum Ende sind dann doch sehr grenzwertig und überflüssig. Zum Abschluss noch ein knackiger Song mit “Gotta Get It On” und alles ist gut.

Im Prinzip gibt es nicht viel Neues aus dem Hause Wig Wam und trotzdem ist das Album eine wahre Wonne und Aufhellung des tristen Winters. Für alle Freunde des hochwertig produzierten und nicht ganz ernst zu nehmenden Party-Glam und –Hard-Rock stellt das Album sicherlich eine Bereicherung dar. Also packt das Haarspray, werft euch in die Jeanskluft, lasst die Körperbehaarung sprießen und startet in den “NonStop Rock And Roll”!

Melanie Schupp, Musicheadquarter 29.01.2010
www.musicheadquarter.de
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