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Non Stop Rock’n’Roll – Stormbringer [at]

Wig Wam - Non Stop Rock And Roll

4,0 / 5,0
Zeitverzögert aber doch rufen sich die norwegischen Glam Rock Könige WIG WAM wieder ins Gedächtnis. Nachdem die 2005-Song-Contestler früher im pünktlichen Jahresrhythmus Alben auf die Haarspray-Fraktion losließen, hat man sich diesmal über drei Jahre Zeit gelassen um das vierte Album „Non Stop Rock And Roll“ einzurocken. Den Nordländern ist es auch zu verdanken, dass sich der amerikanische 80er-Jahre Poser Rock aus seinem Dornröschenschlaf quälte und sich wieder in den Köpfen der Hörerschaft verankerte sowie zahlreiche europäische Kopisten wie etwa MAMA KIN oder PRETTY WILD aus ihren bequemen Sesseln lotste.

Die große Frage ist natürlich, ob WIG WAM ihren frischen und unverbrauchten Old-School Spirit auch in das neue Jahrzehnt retten konnten – und die Antwort ist ein dickes, fettes: JA. Der Vorgänger „Wig Wamania“ wurde von Cheffe Alex schon völlig zu Recht abgefeiert, dementsprechend groß war natürlich die Erwartungshaltung beim direkten Nachfolger. Zukünftige Klassiker finden sich auch auf „Non Stop Rock And Roll“ zuhauf wieder. WIG WAM haben das beeindruckende Talent, scheinbar mühelos großartige Sleaze-Kracher aus dem Ärmel zu schütteln. Schon der Opener – und wohl auch erste Single-Auskoppelung – „Do You Wanna Taste It“ ist ein ohrwurmträchtiger Rocker der Extraklasse und gibt die problemlos erhaltene Kreativität beim bandinternen Songwriting perfekt wieder. „Wild One“ ist ein Riffmonster, das mit AIRBOURNE-technischen Gitarrenspuren loslegt und sich zu einem hymnischen Hitparaden-Rocker wandelt. Ganz großes Kino. Mit „Man In The Moon“ und „From Here“ gibt es diesmal zwei obligatorische Balladen, die aber keinesfalls nerven, sondern sich in ihrer ruhigen Ausrichtung sehr gut in das Gesamtgefüge einbauen.

WIG WAM verstehen es sehr gut, rockige und flotte Parts mit atmosphärischen Momenten zu vermischen („Still I’m Burning“), gleich wie man wieder unglaublich eingängige Ohrenbohrer im Köcher hat („C’mon Everybody“ oder der Bonus-Track „Gotta Get It On“). Langeweile kommt bei „Non Stop Rock And Roll“ zu keiner Sekunde auf, den Spirit und die Authentizität der 80er Jahre scheinen WIG WAM tagtäglich aufs Neue zu inhalieren. Wenn am Ende von „Chasing Rainbows“ sogar ein Kinderchor zum Einsatz kommt, fühlt man sich plötzlich in Filme wie „Breakfast Club“ oder „Dazed And Confused“ versetzt. Hier wird alles vermischt was Rang und Namen hat – von THE DARKNESS über WINGER bis hin zu einer Prise BON JOVI wird von den Norwegern alles in einen Topf geworfen und verrührt, bis man das kommerzielle Top-Produkt WIG WAM erhält.

Ein Überkracher wie „Gonna Get You Someday“ mag auf dem neuen Referenzwerk der Skandinavier vielleicht fehlen, die Gesamtrechnung ist erwartungsgemäß aber trotzdem voll aufgegangen. Ohrwürmer, Balladen, Gitarrensolos und die gesangliche Topleistung von Band-Capo Glam ergeben einen vorbildlichen Mix modernen Sleaze-Rocks. Absolut genial auch das prollige Coverartwork, das WIG WAMs Sound optisch perfekt wiedergibt. Hasser der Kommerz-Rocker werden auch mit „Non Stop Rock And Roll“ nicht warm werden. Alle, die melodischen Mitgröl-Rock in all seinen Facetten aber lieb gewonnen haben, kommen an WIG WAM im Jahre 2010 keinesfalls vorbei! Party on Wayne…

Review by fo, Stormbringer 21.01.2010

www.stormbringer.at
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