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Wig Wamania – Metalfanatics [at]

Wig Wam - Wig Wamania

6 / 10
Als Rockstar hat man es bekanntlich nicht leicht. Drastisch wird die Lage, wenn man finanziell weit mehr als ausgesorgt hat und alle nur erdenklichen Awards in der Tasche hat. Das ist nämlich eine gewisse Pattsituation: Die Alben verkaufen sich allein des Namens wegen und der Künstler kann nicht mehr sagen, ob die Tracks wirklich was taugen.

Genau dieses Schicksal hat Bon Jovi ereilt. Als man jedoch vor einigen Jahren einen Gig in Norwegen spielte und die dortige mitunter schräge Rockszene kennen lernte, war sofort ein Ausweg gefunden: Man gründet ein geheimes Sideprojekt, zur Tarnung verkleidet man sich als Mischung aus 70er-Jahre-Rockern und den Village People und verwirklicht alle Nummern, die man sich aufgrund des Funfaktors in der Hauptband nicht aufzunehmen traute und das alles unter dem Namen „Wig Wam“.

Das Resultat: Wig Wam qualifizierte sich 2005 mit der Nummer „In My Dreams“ für den Song Contest in Kiew und erlangte für Norwegen den 9. Platz. Somit wussten Bon Jovi, dass sie es noch voll drauf haben. Komisch nur, dass noch niemand bemerkt hat, dass Jon Bonjovi weder Nynorsk noch Bokmål spricht...

Nun aber zu den Facts: Wig Wam klingen wirklich wie eine frühe Version von Bon Jovi, vermischt mit einer Idee Jimmy Page, Led Zeppelin und Kiss. Die Band von Flash, Teeny, Glam und Sporty, gegründet 2001, hat sich in Norwegen inzwischen zu einer der beliebtesten Live-Bands emporgespielt. Ihr drittes reguläres Album (von der fiktiven Band-Diskographie mal abgesehen: „The Black And Red Album“ aus 1974 und „The Yellow Purple Brown and Black Album” aus Jahre 1975 erinnern unsererlands etwas an Ostbahn Kurti´s fiktive Bandgeschichte seinerzeit) „Wig Wamania“ ist ein klassisch produziertes Glam-Rock-Album, gespickt mit vielen Balladen und sehr viel Augenzwinkern, was sich auch in dem einen oder anderen Tracktitel wiederspiegelt (man beachte etwa: „Can´t Get Her (Out Of My Bed)“).

Die Ansätze sind gereift seit dem Debüt-Album "667 ... The Neighbour Of The Beast" und die Bandidee ist spitze, für meinen Geschmack könnte aber an der einen oder anderen Stelle noch mehr Spaß reingewürzt werden.

Review by Eirikr, Metalfanatics

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