Wig Wamania – Musicheadquarter [de]
8 / 9 - Nach der Belegung des neunten Platzes beim letztjährigen Eurovision Songcontest erregten Wig Wam einige Aufmerksamkeit allerorts. Meiner Meinung nach hätten die Jungs mehr verdient als Platz 9, doch die Welt war noch nicht bereit für einen solch großen Umschwung bei der doch etwas biederen Veranstaltung. Sie hätten vielleicht lieber bis dieses Jahr warten sollen, denn ein Duell mit den Kollegen von Lordi wäre mit Sicherheit ein wahrer Schmaus gewesen. Es sollte nicht sein, doch dafür beglücken uns die Glamrocker dieses Jahr mit einem neuen Album. War schon das letzte Album „Hard to be a Rock n Roller“ eine Freude, so legen sie mit der aktuellen Scheibe noch einen drauf. Nach dem knapp einminütigen Intro fühlt man sich mit „Rock my Ride“ ein wenig an The Darkness erinnert. Doch weitaus angenehmer erklingt Sänger Glams Stimme und beim Refrain kommt der geschätzte Wig Wam Stil durch. Glam trällert sich schön durch den Song und „Slave to your love“ versetzt den Hörer dann vollends zurück in die wundervollen 90er. Ein Deja Vu von badgebestickten Jeanswesten, toupierten Mähnen und zerrissenen, gebleichten Jeanshosen weht herbei. Die gute alte Stadionära, wie ich sie vermisse! Als noch Größen wie Bon Jovi (mit ihren wirklich alten Songs, wohlgemerkt!!), Guns n Roses oder Def Leppard die Stadien füllten. Genau diese Sehnsucht scheinen Wig Wam in diesen Song gepackt zu haben – jetzt fehlen nur noch die erhobenen Feuerzeuge, die hymnische Atmosphäre ist bereits geschaffen. So rocken sie auch artig weiter und zollen offensichtlich in „Gonna get you someday“ Bon Jovi ihren Respekt. Knackige Riffs prägen „Kill my Rock n Roll“. Und wieder verstehen es die Norweger ohrwurmtaugliche Melodien zum mitsingen zu komponieren. Spätestens hier ist mitsingen angesagt! Auch die Gitarrensoli können sich hören lassen, wie das „The Riddle“ beweist. Über drei Minuten Gitarre en masse ohne zu langweilen will was heißen. Klischeehafte Texte, die einen zum Schmunzeln bringen, eine ordentliche Portion Rock, knackige Riffs und auch genügend Schmalz sind auf dem gesamten Album enthalten. Richtig 90er eben! Im Großen und Ganzen unterscheidet sich das zweite Album nicht allzu sehr von seinem Vorgänger. Doch die Fortsetzung macht mindestens genauso viel Spaß und erscheint ein wenig straighter und stimmiger in seinem Gesamtbild. Das hört sich wirklich an, wie aus der damaligen Zeit und die Band steht ihren Vorbildern der Musikszene keinesfalls in irgendetwas nach. Qualitativ top! Leider hege ich die Befürchtung, dass die Zeiten vorbei sind, so schwer mir diese Aussage auch fällt und ich hoffe, dass ich mich täusche. Hoffen wir, dass die Jungs soviel Anklang hier finden, dass sie bald mal auf Tour durch Deutschland kommen.
Review von: Melanie Schupp - Musicheadquarter.de
Review von: Melanie Schupp - Musicheadquarter.de







