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Wig Wamania – Terrorverlag [de]

Was sind das denn für Gestalten auf dem Cover??? Habe ich irgendeinen ganz schlimmen Bad-Taste-Wettbewerb verpasst, den die vier Figuren gewonnen haben? Nun gut, die Skandinavier sind für ihre Exzentrik bekannt und warum sollten die Norweger da eine Ausnahme machen? Wie ihre finnischen Kollegen LORDI waren WIG WAM bereits beim Eurovision Song Contest vertreten und haben es dabei im vergangenen Jahr immerhin auf einen achtbaren neunten Platz gebracht (vielleicht haben sie Europa mit ihrem Outfit und ihrer Musik auch auf LORDI vorbereitet...).

Was mich wirklich überrascht ist der Umstand, dass das Quartett sich erst 2001 gegründet hat. Die Jungs bringen den Glam Rock so authentisch rüber, dass sie ihn zumindest mit der Muttermilch zu sich genommen haben müssen, wenn sie schon nicht an seiner Entstehung aktiv beteiligt waren. Entsprechend geht es auch zur Sache. Der Titelsong „Wig Wamania“ dient nur als Intro, aber „Rock My Ride“ strotzt nur so vor Glitter, Glamour und Posing. Rock ’n’ Roll in Reinkultur! „Slave To Your Love“ weckt Erinnerungen an die schwedischen Hardrocker und Dauerwellenträger EUROPE. Weiter geht’s mit „Gonna Get You Someday“; wenn Sänger Glam, Gitarrist Teeny, Bassist Flash und Drummer Sporty hier nicht zu viel BON JOVI gehört haben, dann weiß ich es auch nicht. Als nächstes („Bygone Zone“ und „Daredevil Heat“) erlauben die Herren sich wohl einige Anleihen bei WHITESNAKE. WIG WAM klauen schon ziemlich ungeniert, aber sie machen ihre Sache gut und mit interessanten eigenen Ideen, deshalb sei es ihnen verziehen. Mit „Kill My Rock’n’Roll“ führt der Weg auch erst einmal wieder zurück in die Siebziger und die Instrumente erhalten ihre wohlverdienten Soli-Auftritte. „The Riddle“ verzichtet auf Gesang, dafür hat Glam die Möglichkeit, ausgiebig zu posen und seine Mähne zu den kreischenden Gitarrenriffs zu schütteln. Aber eigentlich sind sie ja ganz liebe, die ihren Mädels „At The End of The Day“ auch gern mal ein herzerweichendes Ständchen bringen. Aber Halt! Da wird doch schon wieder gemopst! Hab ich den Anfang von „A R’n’R Girl Like You“ nicht auch schon mal so ähnlich bei RAINBOW gehört? Und dann auch noch „Guten Abend, gut’ Nacht“ verwursten – geht das denn nicht ein bisschen zu weit, Herrschaften?

Ach, ich denke, das ist die beste Möglichkeit, die lieben Kleinen an Stromgitarren heranzuführen und schließlich können auch WIG WAM das Rad nicht neu erfinden. Handwerklich ist die Scheibe absolut solide gemacht und in der richtigen Stimmung verbreitet der modische Overkill absolut gute Laune. Ich habe mich beim Hören auf jeden Fall locker 20 Jahre jünger gefühlt.

ump - Terrorverlag
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